Meine Yoga-Anfänge

Bevor ich begonnen habe, Yoga zu praktizieren, war ich weder beweglich noch sonderlich geduldig. Meine Fingerspitzen waren weit davon entfernt, den Boden unter meinen gebeugten Beinen zu berühren, stattdessen fühlte ich mich vor allem dann wohl, wenn es um Schnellkraft ging: Leichtathletik und Tennis.

Zu dieser Zeit, als ich sechzehn Jahre alt war, kaufte mir mein Vater ein Buch über Yoga, weil er das Gefühl hatte, dass mich die Kombination aus geführter Bewegung und Atemtechniken ansprechen könnte. Ich hatte zu dieser Zeit während Tennismatches immer wieder akute Atemprobleme, aber eine voll funktionstüchtige Lunge. Vielleicht, dachte er, halfen mir also Atemübungen.

Als ich sechzehn Jahre alt war, gab es noch nicht an jeder Straßenecke ein Yogastudio; da kannte man im gesamten Bekanntenkreis vielleicht eine Praktizierende. So war es bei uns, und mit dieser Frau brachten mich meine Eltern in Verbindung, weil ich mich sehr schnell mit den Ideen von Yoga identifizieren konnte. Liebeswerterweise führte sie mich in ihre Yogapraxis und in verschiedene Asanas ein und betonte, dass eine Einheit erst beendet sei, wenn man sich ein paar Minuten völlige Ruhe im Savasana gegönnt habe. Ich war schnell voll und ganz in den Bann gezogen.

Im selben Jahr startete mein Auslandssemester in Hawaii und dort kippte ich in das intensivste Tennistraining meines Lebens – unter der Woche jeden Tag drei Stunden Training, am Wochenende Matches. Leistung und Leistungsoptimierung waren die Gebote der Stunde, gepaart mit Verletzungen.

Ein Ausgleich musste her. In Kailua fand ich damals, 2009, zwei Yogaangebote: ein Studio im Stil von Hot Yoga – ausprobiert, in Ohnmacht gefallen, also schnell verworfen – und Hatha-Yogaklassen in einem Sportzentrum. Bei letzterem bin ich sofort Stammgast geworden und bis heute führt mich Yoga durch unterschiedliche Lebensphasen. Am schönsten ist es für mich, Yoga weiterzugeben.